Neue „Weltsichten“ - auch über den Klimawandel – beim Geotag der Fakultät für Geowissenschaften
Verleihung von über 80 Zeugnissen
Der Klimawandel und die Diskussion um seine Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen standen im Mittelpunkt des ersten Teiles des „Geotages“ der Fakultät für Geowissenschaften am Do., 13.12.2007. Gerade durch die Abfolge der beiden Festvorträge eines international renommierten Politikers und eines ebenso anerkannten Klimawissenschaftlers wurde nicht nur die gesamte Bandbreite der Thematik abgedeckt, sondern es wurden auch die noch offenen Fragen deutlich.

So veranschaulichte der ehemalige Bundesumweltminister und Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer, den Zusammenhang zwischen Klimapolitik und Friedenspolitik, wobei er seinen Vortrag auch auf die These der maßgeblich anthropogenen Beeinflussung des Klimas stützte.

Das Vorhandensein dieser Beeinflussung stellte auch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jan Veizer, u.a. Träger des Leibniz-Preises, nicht in Frage. Er formulierte jedoch die Möglichkeit, dass der durch die CO2-Emissionen bedingte Beitrag derzeit deutlich überschätzt werde und Faktoren wie kosmische Strahlung und ihre Wechselwirkung mit Wasserdampf mehrheitlich für die Klimaveränderungen verantwortlich seien.

Den beiden Festvorträgen vorangegangen waren Grußworte des Prorektors Prof. Dr. Tibor Kiss, der die guten Abschlusszahlen der geowissenschaftlichen Studiengänge lobte, und des Dekans, Prof. Dr. Stefan Wohnlich.

Nach der Mittagspause stellten sich die in den letzten 18 Monaten neu an die Fakultät berufenen Professoren, Prof. Dr. Frank Dickmann und Prof. Dr. Jürgen Schreuer vor.

Während Dickmann aufzeigte, inwiefern Karten das Weltbild ihrer Betrachter beeinflussen, verdeutliche Schreuer, welche nahezu unendlichen Möglichkeiten die physikalisch-chemische Analyse von Kristallen in Theorie und Praxis (z.B. von Quarzen und in Mobilitelefonen) heute und zukünftig bietet.

Es schloss sich die Verleihung der Fakultätspreise an, die in diesem Jahr von den jeweiligen Stiftern persönlich übergeben wurden. Der Siegfried-Niedermayer-Förderpreis 2006 wurde Dr. Markus Oster für seine Dissertation mit dem Titel: „Ein neues dynamisches Visualisierungssystem zur Online- und Offline-Präsentation interaktiver 3D-Geländemodelle“verliehen, derselbe Preis für das Jahr 2007 ging an Dr. Brigitte Endrun für ihre Doktorarbeit zu „Constraints on the structure and dynamics of the Aegean region from analyses of receiver functions and surface wave dispersion“.

Der Praxispreis Geowissenschaften wurde Sven Gönster für seine Masterarbeit, in der er sich mit der „Entwicklung eines Bewertungsverfahrens für die Bodenregelungsfunktion auf Grundlage der DGK 5 Bo“ beschäftigt hat, verliehen.

Bevor der abschließende Höhepunkt des Tages – die Verleihung der Zeugnis an die Absolventen und Absolventinnen – erfolgte, erheiterten die Fachschaften der Geowissenschaften das Publikum mit einem multimedialen Einblick in den Alltag von Studierenden im NA-Gebäude.

Schlussendlich konnten 84 Abschlussurkunden übergeben werden. Darunter befanden sich für die Geographie neben (noch) acht Diplomen auch (schon) 6 Masterzeugnisse. Letztere erreichten ihren Abschluss alle mit weit überdurchschnittlichem Ergebnis. Erfreulich war zudem der Einblick in die Statistik der Bachelorstudiengänge. Bisher dauert ein Bachelorstudium im Fach Geographie an der Uni Bochum im Durchschnitt 6,7 Semester und die Durchschnittsnote liegt bei 2,0.
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