Start- und Endpunkt der Reise war die Hauptstadt Windhoek. Dort traf sich die Gruppe zunächst mit dem städtischen Hydrologen, um sich aus erster Hand über das städtische Grundwasserprojekt auszutauschen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete ein ganztägiger Aufenthalt in Zusammenarbeit mit der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). Bei einem Besuch des Stadtteils Havanna konnten sich die Studierenden im direkten Austausch mit den lokalen Projektleitungen und Bewohner:innen ein Bild von den massiven Herausforderungen informeller Stadterweiterungen sowie den komplexen Prozessen ihrer Formalisierung machen.
Anknüpfend daran wurden weitere gesellschaftliche Aspekte, u.a. die Kolonialgeschichte und die Rolle von Deutschland erarbeitet. Deren weitreichenden Auswirkungen, beispielsweise Landbesitzverhältnisse wurden im Verlauf der Exkursion an verschiedenen Stationen eingeordnet.
Auf der weiteren Route durch das Land wechselten die fachlichen Schwerpunkte der einzelnen Stationen fließend. Geologische Fragestellungen wurden am Waterberg sowie um Twyfelfontein im Hinblick auf Sandsteinformationen längst vergangener Binnenwüsten und vulkanische Gesteine des Auseinanderbrechens Afrikas und Südamerikas diskutiert. Der Besuch der gewaltigen Granit-Intrusionskörper des Brandbergs und der Spitzkoppe ergänzte dieses geologische Thema, wobei die Exkursionsgruppe zudem das Glück hatte, dort freilebende Wüstenelefanten zu beobachten.
Auch landwirtschaftliche und ökologische Themen kamen nicht zu kurz. In Otavi wurden die aktuellen Herausforderungen der namibischen Landwirtschaft thematisiert, während im Etosha-Nationalpark die Problematik der Buschbrände im Mittelpunkt stand. Zwischen den fachlichen Diskussionen und Vorträgen konnte die Freizeit zur Beobachtung der Tierwelt genutzt werden.
An der Küste angelangt, rückten sozioökonomische Aspekte in den Fokus. In Swakopmund besuchte die Gruppe ein Schulprojekt und nahm mit den Bewohner:innen der Democratic Resettlement Community (DRC) den Austausch auf. In der benachbarten Hafenstadt Walvis Bay wurde eine fischverarbeitende Fabrik besichtigt, die detaillierte Einblicke in die Fischindustrie bot und deren Erzeugnisse insbesondere für den Export in den europäischen Markt bestimmt sind. Mit Blick auf die Wirtschaft allgemein wurde hier auch der Neokolonialismus und die Einflussnahme von außen diskutiert.
Den landschaftlichen und fachlichen Abschluss der Tour bildeten Sesriem und das Sossusvlei. Inmitten mehrerer hundert Meter hoher Dünen beschäftigten sich die Studierenden mit der Genese, Klimatologie und Geomorphologie des Namib Erg und schlossen damit eine Exkursion ab, die das gesamte Spektrum der Geographie in der Praxis erlebbar machte.