Diese Frage stand im Zentrum der Disputation von Dr. Andreas Wettlaufer (2. v. re.), der mit seinem vorweihnachtlichen Vortrag im Dezember nicht nur das Jahr, sondern auch sein Promotionsvorhaben erfolgreich abschloss.
Unter dem Titel „Bildungsungleichheit und Schulsegregation in Deutschland" präsentierte er die Ergebnisse seiner Untersuchung in einer nordrhein-westfälischen Großstadt. Grundlage der durchgeführten Analysen waren umfangreiche Verwaltungsdaten zu den 22.417 Grundschüler:innen und 87 Grundschulen vor Ort, eine quantitative Elternbefragung in einem sozial diversen Stadtteil, qualitative Elterninterviews sowie Expert:inneninterviews mit Schulverwaltung und Schulleitungen. Alle Daten wurden im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts in Zusammenarbeit mit dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund (ILS) erhoben.
Die Ergebnisse belegen, dass es durch die im Jahr 2008 in NRW eingeführte freie Grundschulwahl zu einem Ausmaß an Schulsegregation kommt, welches die Wohnsegregation deutlich übersteigt. Insbesondere Familien mit mittlerem bis hohem sozioökonomischem Status meiden häufig Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter oder migrantischer Kinder und tragen so maßgeblich zur Schulsegregation bei. Besonders betroffen von diesen Dynamiken sind muslimische Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten, die auf schulischer Ebene stark segregiert sind.
Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse in Artikeln der international renommierten Zeitschriften Urban Studies sowie Tijdschrift voor Economische en Sociale Geografie (Journal of Economic and Human Geography).